Donnerstag, 18. August 2016

Was würde Carrie Bradshaw tun?


Manchmal, da klappt es mit den Klamotten und mir nicht auf Anhieb. Da rutscht es hier und flutscht da weg- und irgendwie hatte ich es mir ganz anders vorgestellt. Wenn es mir so geht, dann stelle ich mir immer diese eine Frage: "Was würde Carrie Bradshaw tun?"
Albern, ich weiß, Sex and the City ist schon lange nichtmehr cool und selbst die Generation die sich fragt, was Serena van der Woodsen mit so einem Stück täte, geht schon langsam dem Ende ihrer Zwanziger zu, aber das entscheidende ist, dass sich die Frage immer gleich beantworten lässt. Wenn ihr das Kleidungsstück gefällt, dann würde sie es tragen. Mit Stolz und Selbstbewusstsein und einem Hauch "Ist mir doch egal"-Attitüde.


Ich hoffe ich habe euch jetzt nicht entmutigt- Vito, der neue Schnitt von UNIKATze ist nämlich ein tolles Teil. Unheimlich vielseitig und kann sowohl weiblich als auch sportlich und ist trotz Oversize kein Figurkiller! Aber ich muss gestehen, ich habe den Schnitt quasi aufs Drahtseil der Machbarkeit gezerrt. Gott sei Dank ist er heile aus der Nummer rausgekommen, ich habe ein Kleid, das ich lieben gelernt habe. Aber bis zu diesem Moment habe ich es erstmal ein paar Stunden tragen müssen.


Der Drahtseilakt, den ich mit dem Schnittmuster ausbalanciert habe war, einen Schnitt, der auf elastische Stoffe ausgelegt ist, aus einem gänzlich unelastischen Javanaise zu nähen, und dann auch noch die Version mit Dreiviertelarm zu wählen statt es mir leicht zu machen und die Ärmel kurz zu lassen.
Javanaise ist ein flutschiger Blusenstoff. Er fällt wunderbar seidg und leicht und ich finde ihn toll zu tragen, aber beim Nähen verhält er sich weniger kooperativ. Wonderclips und Nadeln halten nicht so gut wie man es gern hätte, und man muss höllisch aufpassen, dass nichts verrutscht oder verzieht! gerade beim Säumen ist das nicht ganz leicht!
Wenn ich also den Schnitt an seine Grenzen treibe, dann möchte ich euch dirket ein paar Tips geben, auf was ihr achten solltet, wenn ihr ihn in der gleichen Weise ausreizen wollt.


Das Wichtigste ist, dass man den Schnitt auf jeden Fall in einer größeren Größe nähen muss als vorgesehen. Im Ebook ist alles auf elastischen Stoffe abgestimmt, die sowohl bei Bewegungen während man das Kleid trägt, als auch beim An- und Ausziehen nachgeben. Damit man genug Bewegungsfreiheit hat, wenn der Stoff nicht elastisch ist, kann man davon ausgehen ein bis zwei Größen größer nähen zu müssen. Am besten ist es, sowohl an den Schultern als auch unterhalb der Ellenbogen am Arm nachzumessen, wieviel Weite man braucht, und mit den entsprechenden Stellen im Schnittmuster abzugleichen. Ich habe mich nach diesem Abgleich entschieden zwei Größen mehr als vorgesehen zu nähen, und trotzdem ist mein Kleid an den Schultern noch recht eng.


Genau aus diesem Grund musste ich mich auch fragen, was Carrie tun würde! Ich war etwas unsicher ob ich mich wohl fühlen würde. Meine innere Stimme sagte aber: Du hast dir die passende Clutch genäht, du hast die perfekten Schuhe zu diesem Kleid, also gib den Schuhen den Rahmen den sie verdienen und trag es! Und notfalls bleibst du den ganzen Tag gerade stehen!
Musste ich aber garnicht, es ist sogar bequem!


Mein zweiter Tip zielt nicht so sehr in Richtung Tragekomfort, wie in Richtung saubere Verarbeitung: Wenn man den Schnitt mit gewebtem Stoff nähen will, dann kommt man für ein sauberes Ergebnis nicht drum herum den Halsausschnitt und die Ärmelsäume mit Belegen zu versehen. Die Rundungen werden bei rutschigen Stoffen, die sich nicht dehnen einfach nicht schön, wenn man versucht sie zu säumen.

Es ist glücklicherweise kein großer Aufwand, denn um einen passenden Beleg zu erhalten muss man nur ein weiteres Stück Stoff zuschneiden, das den Halsausschnitt hat und ca 4-5 cm breit ist. Einer dieser Belege wird für vorne und einer für hinten gefertigt. Dann schließt man sie zum Ring, versäubert die Außenkante und näht die Innenkante rechts auf rechts an den Ausschnitt an. Anschließend wird der Beleg nach innen geklappt und kann dann sauber festgesteppt werden. Eigentlich also ganz einfach und ein tolles Ergebnis ist garantiert!
Ich habe mein Vito ohne Rückenausschnitt und Twist genäht- wer einen Twist in diese Version einsetzen möchte, der tut es am Besten nachdem der Beleg angenäht ist!


Wer am Dienstag schon meinen letzten Beitrag gelesen hat, der hat jetzt vielleicht etwas genauer auf meine Bilder geachtet. Es ging darum, ob mehr Schminke meinem Blog gut tun würde. Ich freue mich auf eure Meinungen zu diesem Thema- und natürlich auch zu meinem Vito!


Kleid: Schnitt "Vito" von UNIKATze gibt es hier, Stoff "Javanaise Ricky" von Butinette
Tasche: Schnitt "Clutch Oribel" von mir (erscheint Anfang September), genäht aus Kunstleder von Stoffideen Hannover.
Schuhe: Deichmann
Verlinkt: RUMS


Dienstag, 16. August 2016

Wer bin ich und wenn ja wieviele?


Erinnert ihr euch noch an das Buch "Wer bin ich und wenn ja wieviele?" Vor knapp 10 Jahren musste es jeder, der etwas auf sich gehalten hat lesen. Besonders die, die wie ich gerade frisch ihr Abitur in der Tasche hatten und jetzt bereit waren die Welt zu verstehen. Ein Buch über Philosophie, aber nicht historisch wie Sophies Welt, sondern ganz modern....


Den Titel muss ich mir heute mal ausleihen, weil er einfach zu gut passt. Wer bin ich? Und wieviele Rollen habe ich? Und wieviele Facetten haben diese Rollen?
Ja, ganz schön nachdenklich heute, ich weiß... Und gekommen bin ich auf dieses tiefgründige Thema wegen eines Themas das immer als so oberflächlich gilt: Make Up!


Vergangene Woche habe ich in einer Gruppe auf Facebook, in der sich alles um die schönen Dinge die wir Frauen so begehren dreht, ein Bild von mir gepostet, nachdem ich mich geschminkt hatte um Fotos für ein Kleid zu machen, dass ich euch am Donnerstag vorstellen möchte. Man muss natürlich dazu sagen, dass die Gruppe schon fast dem Klischee der Beauty-besessenen Frau auf den Leib geschneidert ist. In Live-Videos werden Schminktips weitergegeben, und man feuert sich quasi dabei an Geld für Lippenstifte und Concealer auszugeben. Eine Gruppe in der man sich herrlich die Zeit vertreiben kann!
In diese Gruppe stellte ich also mein Foto und es kamen ein paar verhaltene Reaktionen: "Ich seh da nur Wimperntusche, was hast du denn alles drauf?" Der Unterton ging in die Richtung "Das ist doch nicht geschminkt" und ein Kommentar war: "Für deinen Blog wäre es bestimmt besser, wenn du dich mehr schminken würdest".


Das war der Satz, wegen dem ich ins Grübeln kam: Was ist den gut für meinen Blog? Ich habe versucht mir selbst diese Frage zu beantworten. Der Schluss zu dem ich dabei gekommen bin, ist der folgende:
Für einen Blog ist es wichtig, dass die Person, die dahinter steht echt ist. Dabei ist es noch völlig egal, mit welchem Thema sich der Blog befasst. Wenn die Person hinter dem Blog sich treu bleibt, dann wird sie immer über Themen schreiben, die sie bewegen, die ihr wichtig sind, und die einen großen Stellenwert in ihrem Leben einnehmen. Denn gezwungenermaßen verbringt man allein mit dem Schreiben der Beiträge für einen Blog eine Menge Zeit.


Natürlich gibt ein Blogger nicht alles von sich Preis. Wenn man ein Themenfeld für sich eingegrenzt hat, bleibt man in der Regel seinem Thema treu, auch wenn vielleicht der ein oder andere Beitrag etwas abweicht. Die Dinge, die die Leser über die Person des Bloggers erfahren, entsprechen der Rolle, die diese Person einnimmt, wenn sie sich an die Tastatur setzt.


Diese Rollen haben wir alle im Leben. Niemand ist nur einer, wir alle sind viele. Wir sind gleichzeitig die Mutter, die Freundin, die Telefonistin oder Lehrerin, die Sporttrainerin, Ehefrau, Kollegin und viele mehr. Und jede dieser Rollen ist echt, auch wenn wir uns entsprechend den Anforderungen die an uns gestellt werden in jeder Rolle ein wenig anders verhalten. Sei es, dass wir unterschiedliche Themen besprechen (Meinem Mann erzähle ich natürlich ganz andere Dinge über unser Kind, als meiner Kollegin), oder uns auch unterschiedlich verhalten (Mit meinen Freundinnen trinke ich einen "Besprechungssekt" wenn wir uns zum Quatschen treffen, während ich mit meiner Mutter beim Kaffee spreche).


In meiner Rolle als Bloggerin habe ich dann auch noch verschiedene Facetten. Ich habe auch hier gute Tage und schlechte Tage. Meine Texte haben nicht immer den gleichen Tiefgang, die Stimmung auf meinen Fotos hängt direkt mit der Tagesform beim Aufnehmen der Bilder zusammen, und ich habe eben manchmal mehr und manchmal weniger Lust mich zu schminken, zu stylen oder herauszuputzen.


Und dann kommen noch die Momente, in denen die Rollen kollidieren. Wisst ihr wo ich mein Foto für diese Facebookgruppe aufgenommen habe? Ich stand im Flur der Krippe, in der mein Sohn gerade zur Eingewöhnung ist. Das Licht war eher schummrig und ich hatte mich so geschminkt, dass es meiner Rolle als Mutter, die ihre Fotos nur in der kurzen Zeit, die sie in den ersten Tagen ihr Kind dort allein lassen kann, aufnimmt, angemessen blieb. Vielleicht hätte ich, wenn ich die Zeit gehabt hätte nach Hause zu fahren und mich zurecht zu machen und das Schminken zu genießen, ganz anders ausgesehen. Aber so war ich eben eher natürlich.


In diesem Beitrag hingegen seht ihr mich stärker geschminkt. Mit Lippenstift und Lidschatten, sogar mit nachgezogenen Augenbrauen. Aber macht das meinen Blog besser? Ich denke nicht, und bin gespannt, was ihr sagt, wenn ihr am Donnerstag die anderen Bilder als Vergleich sehen könnt!
Entscheidend ist natürlich, dass ich einen Nähblog mit dem Einfluss der aktuellen Mode schreibe. Wäre ich Beauty-Bloggerin säh die Welt schon ganz anders aus. Und auch das ist entscheidend: Der Fokus meiner Bilder soll letztlich auf den genähten Stücken liegen und mein Gesicht bietet einen (hoffentlich) nett anzuschauenden Rahmen dafür.


Makeup dient mir daher in erster Linie dazu, meine Haut etwas ebenmäßiger wirken zu lassen und mir die Arbeit zu ersparen meine Fotos zu bearbeiten (Am liebsten ändere ich tatsächlich maximal den Bildausschnitt!). Der gleiche Grund übrigens, aus dem ich eigentlich nie auf eine Feinstrumpfhose verzichte, wenn meine Beine zu sehen sind.... Und wer näht, der weiß natürlich auch, dass wenn man gern Stoff kauft das Beauty-Budget etwas kleiner ausfällt.


Mein heutiger Beitrag, das stimmt ich etwas wehmütig, ist, wenn ich dem Wetterfrosch in meinem Handy glauben kann, wohl einer der letzten sommerlichen in diesem Jahr. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht... Ich habe daher dieses Mal mein letztes, euch noch nicht gezeigtes Frühsommer-Blusenshirt und meinen zweiten, seit Ewigkeiten fertigen Capone- Faltenrock in die letzten Sonnenstrahlen ausgeführt. Kombiniert mit einer ganz schlichten Oribel-Clutch in Silber-Türkis.


Das Frühsommer ist tatsächlich das, das mir am besten gelungen ist. Die Schrägbänder liegen nach mehreren Wäschen endlich perfekt an und ich liebe die zarte Farbkombination aus mintfarbenem Crêpe-Chiffon und einem weißen Baumwollvoile mit Federn in Lachs, Beige und Mint- so zart, dass sie auf den Bildern kaum zu sehen sind...
Beim Capone hatte ich weniger Glück mit der Stoffwahl- ich habe eine sehr fest gewebte Baumwolle mit tollem Glanz vernäht, die leider einen starken Hang zum Knittern hat. Der Aufwand das Outfit zu bügeln ist auf den Bildern leider nichtmehr einzufangen gewesen- aber die leuchtenden Blautöne machen es für mich wieder gut.


Blusenshirt: Schnitt "Frühsommer" von "die wilde Matrossel" gibt es hier, Crêpe-Chiffon in Mint aus den Nachlass einer Näherin, Batist mit Federn von Stoffhandel Caplan über die Facebookgruppe "Stoff, Kamera, Liebe"
Rock: Schnitt "Capone" von UNIKATze, gibt es hier, Stoff ebenfalls aus dem Nachlass der Näherin
Tasche: Schnitt "Clutch Oribel" von mir, erscheint Anfang September, Kunstleder in Silber vom Stoffmarkt Hannover, Baumwollstoff innen von Michael Miller, gekauft über Dawanda
Verlinkt: Dienstagsdinge, HOT, Taschen und Täschchen, Creadienstag

Dienstag, 9. August 2016

Cardigan Maja- oder "Denken in Outfits"


Es gelingt mir nicht oft in Outfits zu denken, obwohl es so praktisch ist, wenn man von vornherein weiß was man miteinander kombinieren kann.
Dieses Mal ist es mir gelungen, nicht ganz unschuldig daran war allerdings meine Stofflieferung, in der der gelbe Strick, der Jersey mit dem Aloha-Muster und der Dark Denim direkt nebeneinander lagen. Ich war überwältigt von der Wirkung die die Stoffe zusammen hatten und hatte sofort ein Outfit vor Augen.
Die Dark-Denim Skinny Jeans habe ich euch schon vorgestellt, sie war vor den anderen beiden Teilen fertig und ich trage sie ausgesprochen gern. Heute soll es um die Strickjacke "Maja" gehen.


Meine  Sonnengelbe Sommerstrickjacke nach dem Ebook "Cardigan Maja" von Kreativlabor Berlin ist frisch genäht. Ich konnte es nämlich trotz verletzem Fuß nicht lassen- ein paar schiefe Nähte verdankt sie dieser Ungeduld, aber wer ahnt schon wie schwer es ist die Overlock mit dem falschen Fuss zu kontrollieren? 
Maja ist wiedermal so ein Schlummerschnitt, der über ein Jahr gelegen und geduldig gewartet hat.... Aber es hat sich gelohnt, denn er passt perfekt zu meinem Outfit, dem Stoff, dem leider nicht ganz so sommerlichen Wetter und meinem Spätsommer-Kleidungsgeschmack.


Ich habe mich für eine ganz schlichte Variante entschieden, damit der Cardigan zu möglichst vielen Teilen meiner Gaderobe passt. Trotzdem wollte ich nicht darauf verzichten ein paar der besonderen Elemente die das Ebook bietet einzubauen. Daher habe ich das Vorderteil mit Passen unterteilt zugeschnitten, statt einen Kontraststoff einzusetzen aber einheitlich den gelben leichten Struckturstrick verwendet. Um die Teilung zu betonen habe ich gelbe Bänder auf die Teilungsnaht aufgesteppt, die sich auch an der Knopfleiste wiederfinden.


Als Hingucker habe ich neben den schlichten Jersey-Druckknöpfen einen großen golden-gelben Retroknopf aus meiner  Sammlung alter Knöpfe gesucht und am Treffpunkt der beiden Passen auf den Jersey-Druckknopf aufgenäht. Auch ein kleines gelbes "Handmade" Logo hat es an meine Maja geschafft. Ich habe es vor langer Zeit als Dankeschön in einer Stoffbestellung gehabt und nun endlich ein Kleidungsstück genäht, an das es perfekt passt.


Wieder einmal hat sich der Kauf des Ebooks von Kreativlabor Berlin als eine gute Entscheidung erwiesen. Wie auch schon bei den anderen Schnitten die ich genäht habe (Mathilda hier und Masha hier), fand ich besonders die vielen Knipse hilfreich, und habe es genossen, dass die Größen einzeln gedruckt werden können und dadurch die Schnittteile sehr übersichtlich sind. Auch die Arbeitsschritte im Ebook sind gut nachzuvollziehen.


Etwas ungewöhnlich, aber im Nachhinein doch logisch, ist die Reihenfolge in der die Schnitteile zusammengenäht werden. Bei allen Schnitten die ich bisher genäht habe war der Ablauf etwas anders. Gefährlich, denn man gerät in einen Trott, in dem man irgendwann nichtmehr genau liest sondern dem üblichen Weg folgt, auch dann wenn ein anderer bessere Ergebnisse liefern würde. Ich freue mich daher immer, wenn ich mal eine andere Art ein Kleidungsstück zu nähen kennenlerne. Das hilft unheimlich beim Umdenken, wenn man weniger ausfühlich beschriebene Schnitte, beispielsweise aus Zeitschriften, näht.


Ich denke, diese Maja wird nicht allein bleiben. Ich möchte unbedingt testen, wie sie aus Jersey wirkt, und ob sie in einer größeren Größe auch aus Webware funktioniert. Ich habe nämlich schon lang einen tollen Jaquard hier liegen, den ich erst anschneiden möchte wenn ich absolut sicher bin, dass ich ihn nicht verderbe und der Schnitt Maja wäre vom Stil genau das Richtige für diesen Stoff. 




Cardigan: Schnitt "Maja" von Kreativlabor Berlin, gibt es hier. Gelber Strukturstrick von Stoffhandel Caplan über die Gruppe "Stoff, Kamera, Liebe" auf Facebook. Gelbe Jerseydrücker von Snaply

Top: Schnitt "Tassletop" von Nipnaps.ch. Aloha-Singlejersey von Stoffhandel Caplan über die Gruppe "Stoff, Kamera, Liebe" auf Facebook. 

 Jeans: Schnitt "Skinny Jeans" von Sewera. Dark Denim von Stoffhandel Caplan über die Gruppe "Stoff, Kamera, Liebe" auf Facebook. 

Tasche: eigener Schnitt "Bucket Bag Amabel" (in Arbeit), Kunstleder in Terracotta von Kunstleder-Gimpy über Dawanda

Verlinkt: Creadienstag, HOT, Dienstagsdinge und außerdem schicke ich die "sonnengelbe Sommerstrickjacke" für den Buchstaben "S" zu den "12 Letters of Handmade Fashion"

Donnerstag, 4. August 2016

Es franst!


Fransen sind momentan ein großes Thema bei mir- vom Verfransen bis zum Ausfransen ist diese Woche wohl alles dabei.
Verfranst habe ich mich ganz schön beim Thema Zeitmanagement. Ich habe noch immer nicht gelernt Puffer einzubauen um abzufangen, dass mit Kind nie alles läuft wie geplant. Und so liegt hier jetzt ein großer Stapel Zugeschnittenes, der dringend vernäht werden will, und das Leben spielt einfach wieder nicht mit.


Ich bin ganz schön perfektionistisch, und als ich mir am Anfang des Jahres vorgenommen habe den Blog richtig und vorallem regelmäßig zu füllen und zu aktualisieren, war mir bewusst, dass ich dafür strukturiert arbeiten muss. Ich versuche also schon ein paar Tage eher zu schreiben und zu fotografieren als ich etwas poste, und diese vorbereiteten Beiträge retten mir auch oft den Hintern, weil ich sie einfach ein Bischen auf Vorrat schreiben kann, aber dann kommt eine Idee, dann werfe ich meinen Plan über den Haufen, und schaffe ein riesiges Chaos ..... Und dann grätscht mir wieder das Leben rein... Alles franst aus und ich verfranse mich...


Aber Fransen haben etwas verspieltes, wenn sie einem durch die Finger tanzen, irgendwie ist es ein beruhigendes Gefühl sie immer wieder über die Hand gleiten zu lassen. Fransen kitzeln so schön! Fransen machen Spaß! Und ich glaube, viele Texte schreibe ich aus einer Situation heraus, in der es mir einfach Spaß macht zu schreiben, weil das drum herum gestimmt hat. Diese Texte geben eine Stimmung wieder, die ganz unmittelbar herausgelassen werden will und das geht nicht, wenn ich den Beitrag schon lange vorbereitet habe.


Die Bilder in diesem Beitrag haben ganz viel von dieser Stimmung. Sie sind noch keine zehn Stunden alt. Entstanden quasi zwischen Tür und Angel, auf dem Weg meine jüngste Schwester in ihr Auslandssemester zu verabschieden und im Anschluss ans Stoffe kaufen mit meiner anderen Schwester, die sich ganz dringend ein Kleid zum Geburstag wünscht. Abgekämpft und geschafft, weil der Zwerg den Mittagsschlaf verweigert hat und in den ersten Regentropfen. ein perfektes Abbild des Spiels der Fransen, die nie genau so fallen wie sie sollen und lustig um die Pläne tanzen....


Wie passend, dass es diese Woche auch beim Nähen gefranst hat! Ich habe mir eine weitere Oribelclutch genäht, dieses Mal mit einem schmalen Schultergurt und einem Taschendrehverschluss- und ganz vielen Fransen. Oribel ist mein erster selbsterstellter Schnitt, der es ins Probenähen schafft, und man kann sich auch noch bewerben (hier ist der Beitrag). Ich hoffe ich verfranse mich nicht bei der Umsetzung meiner Pläne mit Oribel, bin etwas aufgeregt, sehr gespannt und freue mich darauf, dieses Projekt, eines mit dem ich Anfang des Jahres nie gerechnet hätte, umzusetzen.


Kombiniert habe ich die Oribel mit einem Oberteil, dass ich euch auch noch nicht richtig gezeigt habe. Es ist ein "Frühsommer", einen Blick am Rande konntet ihr schon erhaschen, als ich über die Skinny-Jeans geschrieben habe. Wie passend, dass die wilde Matrossel, die diesen Schnitt herausgebracht hat, gerade auch im Clutch-Fieber ist!


Während ihr jetzt hoffentlich gemütlich stöbern könnt und euch durch die Beiträge auf Rums klickt, werde ich versuchen ein paar der Fransen wieder aufzufangen, die heute liegen geblieben sind- und wisst ihr was? Manchmal bin ich froh, dass ich mich verfranse, denn viele Dinge, die wertvoll und wichtig sind, würde ich sonst wohl zu Gunsten von Ordnung und Struktur absagen müssen. Ein Leben ohne Fransen? Das wäre für mich viel zu Vorhersehbar!

Blusenshirt: Schnitt "Frühsommer" von die Wilde Matrossel, gibt es hier. Spitze von Stoffhandel Caplan über die Facebookgruppe "Stoff, Kamera, Liebe"
Clutch: Schnitt "Clutch Oribel" von Lalilly Herzileien, hier gehts zum Probenähaufruf. Kunstleder und Futterstoff von Stoffideen Hannover, Drehverschluss von Butti
verlinkt: Rums

Mittwoch, 3. August 2016

Stoffshopping in Erfurt


Schon seit einiger Zeit habe ich geplant verschiedene Stoffgeschäfte auf meinem Blog vorzustellen. Ihren Ursprung hatte die Idee schon vor etwas über einem Jahr, als ich in Köln den Stoff für mein Brautkleid gekauft habe, damals war ich aber nicht vorbereitet. Als dann kurzfristig in diesem Sommer die Idee aufkam nach Erfurt zu fahren reifte meine Idee und ich habe angefangen mich über die "Stoffszene" dort zu informieren.


In der heutigen Zeit kaum noch üblich, aber trotzdem mein erster Weg, war es, bei Einheimischen und Leuten aus der Umgebung nachzufragen, welche Läden man gesehen haben muss. Die klare Empfehlung: Lieber etwas aus Erfurt herausfahren und in Arnstadt den Stoffhandel besuchen! Der Grund dafür? So richtig bekannt war meinen Empfehlerinnen sonst eigentlich nur Alfatex in der Innenstadt, der bei meinem Besuch eher wenig Charme versprühte, im Sale aber mit tollen Preisen und bei genauerem Hinsehen auch mit tollen Stoffen bei mir punkten konnte.
Wahrscheinlich geht es den Erfurtern da ganz ähnlich wie den Hannoveranern, man kennt den einen zentral gelegenen Stoffladen richtig gut- es fehlt aber der frische Wind um richtige Begeisterung zu verspüren.


Ich habe mich also auf den heutigen Weg Nr. 1 zur Informationsbeschaffung begeben und "Stoffladen Erfurt" gegoogelt.
Neben Alfatex spuckte mir die Suchmaschine zwei weitere Stoffgeschäfte aus, und während bei Stoffliebe urlaubsbedingt leider kein Besuch möglich war, habe ich mich sehr darüber gefreut als von Stoff und Design in der Lüneburger Straße eine Zusage kam, dass ich gerne vorbeikommen kann!


Am Mittwoch Vormittag ging es also los zu einem kleinen Besuch bei Karola im Laden. Stoff & Design liegt in der Nähe der Fachhochschule und ist sowohl mit der Straßenbahn Linie 2 und einem kleinen Fußweg als auch zu Fuß aus der Innenstadt gut zu erreichen.
Und wie es bei Perlen so ist- die Verpackung wirkt noch recht unscheinbar und drinnen zeigt sich die wahre Schönheit (Klingt total kitschig oder? Und trotzdem beschreibt es so gut wie es mir beim Betreten des Ladens ging...). Der Laden liegt etwas nach hinten versetzt in einem Gebäude, das gemessen an den vielen alten und reich verzierten Gebäuden in der Innenstadt eher schlicht wirkt, er ist den Besuch aber definitiv Wert, was einem sofort klar wird, wenn man durch die Tür getreten ist.


Ich habe mir anfangs erstmal die Zeit genommen durch den Laden zu schauen, ein paar Stoffe gestreichelt- mich in einen sofort verliebt (Und ja, natürlich, den habe ich auch gekauft und zeige ihn euch demnächst!) und nebenbei mitbekommen wie toll jede Kundin beraten wurde. Hier hatte einfach niemand Eile und es wurden genauso verschiedene Kombinationen von Stoffen besprochen wie die Tauglichkeit der Designs für die Jahreszeit.
Wenn man oft Stoff kauft fällt einem kaum auf, dass man sich eigentlich nie mit den Verkäuferinnen darüber austauscht für wen man näht, und was genau man für einen Stoff vor sich hat, und eben das ist es, was es für Anfänger so schwer macht sich in Stoffgeschäften zurechtzufinden. Eine Beratung wie ich sie hier beobachten konnte, habe ich vorher so nicht erlebt. Hier muss wirklich niemand Angst haben mit den falschen Stoff nach Hause zu gehen!


 Als alle Fragen der Kundinnen geklärt waren ging ich dann zu Karola um ihr zu sagen wer ich bin und bat sie mir ein Bischen über den Laden zu erzählen. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass sie auf jede Frage eingeht, sich Zeit nimmt und sich gut auskennt (Meinen kleinen Patzer als ich Art Gallery in einem Atemzug mit Biostoffen nannte bemerkte sie sofort).
Was mir, wenn sie es nicht erwähnt hätte nie aufgefallen wäre: Der Laden ist noch sehr jung. Es gibt ihn erst seit Ende August letzten Jahres, und auch das Sortiment ist jung und frisch. Es gibt sowohl bekannte Markenstoffe aus Japan und Skandinavien, aber das Sortiment ist nicht ausschließlich durch diese oft sehr teuren Stoffe geprägt. Was ich sehr schätze: es gibt sowohl eine große Auswahl an Uni Stoffen zum Kombinieren, als auch eine große Vielfalt an Materialien und sogar fertige Produkte zu kaufen, die gegen eine Provision von kleinen Labels aus der Gegend im Laden verkauft werden.
Neben Stoffen ist außerdem auch Wolle und ein großes Sortiment an Kurzwaren erhältlich. Auch hier zeichnet sich der Laden durch besonderes ab: goldenes und glitzendes Schrägband habe ich vorher zum Beispiel nur im Internet gesehen!


Was ich an dieser Auswahl so mag ist einerseits, dass ich am liebsten mit einfarbigen Stoffen kombiniere, es aber oft schwer ist, passende Farben zu finden, wenn man schon einen gemusterten Stoff ausgesucht hat. Da hatte Karola noch ein besonderes "Bonbon" für mich, auf das ich gleich noch eingehen werde. Generell nähe ich aber gern mit einer ganzen Bandbreite von Materialien. Kunstleder, Kork und Canvas für Taschen, Jeans, Strick, leichte gewebte Stoffe und Jersey oder Sweat für Kleidung und überall auch ein Bischen mit Patchworkstoffen. Und all das findet man mit einer guten Auswahl bei Stoff&Design.


Da ich mit meiner Mutter und meinem Zwerg bei Karola vorbeigeschaut habe, habe ich auch direkt zu schätzen gelernt, dass es fertige Krabbelschuhe, Kleidung, Handgemachte Ohrringe und Taschen und Täschchen zu bestaunen gab. Denn welcher Stoffaholic hatte noch nicht die Situation mal kurz mit einer nicht nähenden Begleitung im Stoffladen vorbeizuschauen? Wir wissen schließlich alle was "kurz" in einem Stoffladen bedeutet, und ganz nebenbei bekommen die, die sich gern mal benähen lassen würden beim Stöbern mit, dass ein Turnbeutel um die 40€ kostet wenn er in Handarbeit und aus hochwertigem Material gefertigt ist....


Ja, da war ja noch die Sache mit dem "Bonbon". Natürlich habe ich gefragt, was an Stoff&Design besonders ist, und ob der Laden auf etwas bestimmtes spezialisiert ist. Ein Aspekt dabei ist, die in Erfurt noch nicht so gängigen skandinavischen Stoffe bekannter zu machen und zu verkaufen. Ich kenne einige skandinavische Designs, und meistens zeichnen sie sich durch einen sehr hohen Preis aus. Karola hat aber Stoffe von Stoffabrics im Sortiment. Das besondere ist, dass sie zu jedem der gemusterten Jerseys auch den passenden Uni Jersey verkauft, sodass langes Suchen nach dem perfekten Farbton zum Kombinieren erspart bleibt. Und das bei erschwinglichen Preisen (Ich habe knappe 16€/m für einen solchen Stoff gezahlt!).


Besonders gefreut habe ich mich dann noch, dass ich zum Schluss an der Juli-Tombola teilnehmen durfte. Es gibt immer wieder verschiedene Aktionen für die Kunden, über die auf der Facebookseite des Ladens informiert wird. Ich durfte mir für meinen Einkauf zwei Lose nehmen- leider hatte ich zwei Nieten, aber die beiden Kunden vor mir hatten Glück und ich konnte zum Beispiel beobachten wie ein großes Stück Sweat seine überraschte neue Besitzerin freute!


Alles in allem bleibt mir nur zu sagen, dass Stoff&Design den Besuch auf jeden Fall Wert ist. Wenn ich mal wieder nach Erfurt komme (die Stadt ist den besuch auch wert!), werde ich auf jeden Fall wieder dort vorbeischauen! Und außerdem möchte ich mich natürlich für das Vertrauen bedanken, denn es ist sicher nicht selbstverständlich zu einem Bericht zuzusagen, wenn es noch kein entsprechendes Besipiel auf dem Blog zu lesen gibt. Aber ich glaube, Karola weiß, dass sie sich bei ihrem Laden keine Sorgen machen muss, dass ich etwas schlechtes schreiben könnte!


Alle Fotos in diesem Beitrag wurden bei Stoff&Design in Erfurt aufgenommen



Sonntag, 31. Juli 2016

Willst du mit mir Probenähen?

  
Ich gestehe, ich bin verdammt aufgeregt! Denn dieser Aufruf ist mein erster Probenähaufruf!
Ich suche motivierte, kreative, fröhliche, freundliche, friedliche und engagierte Damen und Herren, die Lust haben meinen ersten Schnitt, die Oribel-Clutch auf Herz, Nieren, Fehler und Verbesserungsbedarf zu testen und mich mit konstruktivem Feedback und schönen Fotos auf dem letzten Stück Weg zur Veröffentlichung zu unterstützen.





Du findest dich in dieser Beschreibung wieder? Und du hast Zeit zwischen dem 8.8. und dem 29.8. mindestens eine Clutch zu nähen und zu fotografieren? Dann bewirb dich mit einem Bild deines schönsten Nähwerks (und deiner Mailadresse), dem Link zu deiner Facebookseite, deinem Instagramaccount, oder deinem Blog und ein paar Worten die mir einen Eindruck von dir vermitteln unter diesem Post! Die Clutch ist auf jeden Fall auch für Nähanfänger geeignet, und auch wenn das dein erstes Probenähen wäre, könntest du ein wertvoller Teil des Teams sein, um Einschätzungen zum Schwierigkeitsgrad und der Verständlichkeit der Anleitung zu überprüfen! Daher sind die Social-Media-Seiten keine Bedingung für deine Bewerbung!


Damit du weißt was dich erwartet stelle ich meinen Schnitt hier natürlich kurz vor:
Die Oribel ist eine Envelopeclutch in drei Größen. Auf dem Beispielbild ist die Maxi-Version zu sehen. Außerdem enthalten ist die klassische Größe als Abendtasche und eine Mini-Variante die sich als Kartenetui oder Portemonnaie eignet. Verschlossen werden kann Oribel mit verschiedenen Arten von Taschenverschlüssen und um Kleinkram zu verstauen können Reißverschlussfächer eingenäht werden. Für die Bequemlichkeit beim Tragen kann man optional eine Handgelenkschlaufe oder einen Gurt zum Umhängen befestigen.

Und jetzt freue ich mich auf eure Bewerbungen hier oder unter dem entsprechenden Post auf Facebook!