#ZeigGröße

Donnerstag, August 10, 2017

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Die letzten Wochen hat es in der Nähwelt wieder an vielen Stellen gekocht- Bodyshaming war ein großes Thema, da immer wieder Kommentare, gern im Nachhinein als konstruktive Kritik getarnt, abgegeben werden, die tief unter die Gürtellinie zielen. Und dabei trifft es die Schlanken wie die Fülligen gleichermaßen. Momentan nehmen die Beleidigungen, kotzenden Smileys und Angriffe auf das Äußere der nähenden Mädels extrem zu, und ich habe das Gefühl, sie sind um einiges gemeiner als noch vor einiger Zeit.
Warum? Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, was Frauen dazu verleitet andere Frauen in einer Weise anzugreifen, von der niemand ernsthaft behaupten kann, dass es ihm recht wäre, wenn es ihm selbst widerfährt. Es gibt dafür keine Entschuldigung und von mir auch kein Verständnis- egal wie groß die Laus war, die den Kommentatorinnen über die Leber gelaufen ist, sie ist definitiv keine Entschuldigung dafür die gute Kinderstube zu vergessen oder so deutlich zu zeigen, dass man keine solche genossen hat!

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Wir sind doch absolut priveligiert! Wir leben in einem Land – wobei Land eigentlich noch zu eng gefasst ist– in dem wir tragen können, was wir wollen. Wir müssen niemanden um Erlaubnis bitten, ob wir das Haus so verlassen dürfen, wie wir uns wohlfühlen. Wir müssen nicht befürchten, dass wir uns auf offener Straße einer erniedrigenden Kontrolle unserer Kleidung unterziehen lassen müssen, weil eine Haarsträhne nicht geblieben ist wo sie sitzen soll. Wir dürfen mit Recht laut werden, wenn unsere Kleidung als Rechtfertigung dafür angeführt wird, dass uns jemand anfasst, der es nicht darf. Wir haben viel erreicht. Wir dürfen Hosen tragen, auf unbequeme Hüftgürtel und Korsetts verzichten, und doch all das anziehen, wenn es das ist, in dem wir uns wohl fühlen. Warum müssen wir uns dann untereinander das Leben schwer machen?

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Ich bin erschüttert, über einiges was ich in diesen Wochen gelesen habe- teilweise in Kommentaren zu Beiträgen auf Facebook, die ich verfolgt habe, aber auch auf Blogs, in den Beiträgen selbst, wo klar wird, wie du es machst, du machst es verkehrt! Frau darf nicht dick sein und nich schlank, wenn sie sich nicht ständig rechtfertigen möchte. Frau soll bloß nicht auffallen, durch ungewöhnliche Stoffe, Schnitte oder einen Hang zu Vintage. Und wenn doch, dann bitte nur wenn sie dünner ist; Oder dicker; Oder mehr Brust hat; Oder weniger Hintern.

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Und die denen wir es nicht recht machen können sind die anderen Frauen. Und es sind die Frauen, die, wenn man sich ihre Profile und Seiten anschaut, genauso von den Freiheiten, die Frauen in unserer Gesellschaft bezüglich ihrer Kleidung haben profitieren. Nicht einen negativen Kommentar habe ich von einer Frau gefunden, die sich mit Kopftuch oder Burka zeigt, und der man deshalb vielleicht Neid auf die Freiheiten oder ein schlechtes Verhältnis zur Kultur unterstellen könnte, wie es so oft und so gern getan wird. Nein, es sind Profiteurinnen unserer aufgeklärten Gesellschaft. In den internationalen Foren und Facebookgruppen in denen ich mich tummel, gibt es solche Angriffe nicht- trotz des teilweise anderen kulturellen Hintergrunds. STRANGE!

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Offenbar können wir mit unserer Freiheit schlecht umgehen, wenn wir uns gegenseitig nieder machen statt und zu bestärken und zu unterstützen. Besonders erschreckend finde ich Kommentare, die auf den Körper bezogen sind, oder, als Ausdruck davon, auf die Kleidergröße. Unser Körper ist unser zu Hause! Wir müssen uns in ihm einrichten, und das ist unheimlich schwer wenn er ständig unter Beschuss steht! Wie sollen wir uns in unserem Inneren wohlfühlen, wenn wir immer damit beschäftigt sind, unser Äußeres gegen Angriffe zu schützen und die angerichteten Schäden zu beheben? Wie lange dauert es, bis ein Angriff von außen einen Schaden im Inneren unseres zu Hauses anrichtet? Würdet ihr euch in einem Haus wohl und sicher fühlen, in dem immer wieder Steine ins Fenster geworfen werden?

Kleidergrößen sollten nie ein Grund für Bodyshaming sein. Jeder darf auf seine Größe Stolz sein. Zeig Zusammenhalt #ZeigGröße

Niemand muss sich für seinen Körper, sein Äußeres oder seine Kleidergröße schämen. Man darf auf jede Größe stolz sein. Genauso auf jeden individuellen Look. #ZeigGröße, mach nicht mit bei Bodyshaming und der Demontage weiblichen Selbstbewusstseins! Mach den Mund auf, gegen solche Angriffe und lass dich nicht dazu hinreißen dabei mitzumachen. Kritik kann man auch höflich anbringen ohne zu verletzen.

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Ich schäme mich nicht für meine Größe. Meine Kleidergröße darf jeder wissen. Deswegen zeige ich mich in diesem Beitrag ohne Makeup oder Bildbearbeitung. Im Schlafanzug, wie man sonst nur im Privaten herumläuft.
 Mein Schlafanzug ist gleichzeitig auch mein zweites Werk aus der Serie  Meine-1- Meter-Garderobe. Für die Hose habe ich einen halben Meter gebraucht, für das Top etwas mehr. Beide Schnitte kommen also mit weniger als einem Meter Stoff aus.

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.

Und ich freue mich, wenn ihr es mir gleich tut. Hier könnt ihr euch das Freebie für die Größenlabels im DXF Format herunterladen. Lasst uns gemeinsam Größe zeigen, zeigt das innere eurer Kleidung oder bringt die Größe außen sichtbar an und nutzt in euren Beiträgen das Hashtag #ZeigGröße. Lasst uns ein Zeichen setzen, dafür, dass wir auf unsere Körper stolz sein dürfen, egal in welcher Größe!

Hier zeige ich dir einige Bilder meines selbstgenähten Schlafanzugs und welche Schnitte sich dafür eignen.



Top: Schnitt "AnniNanniTanktop" gibt es hier*, Stoff vorne Ajourjersey von Strandguträuber gibt es hier, hinten Kuller und Unijersey von Stoffonkel, gibt es hier* und hier*
Shorts: Schnitt "Levitas" von Erbsünde gibt es hier*, Stoff "FlowerInara" von Lillestoff, gibt es zum Beispiel hier*
verlinkt: RUMS

*Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, unterstützt du meine Arbeit, da ich eine kleine Provision bekomme. Dafür danke ich dir sehr!


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12 Kommentare

  1. Das hast du wunderbar geschrieben. Ich bin da ganz bei dir.
    Liebste Grüße, Andrea

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    1. Vielen Dank, ich freue mich über jeden, der das genauso sieht! Zusammenhalt kann so viel bewirken!

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  2. Wunderschöne Bilder!!!
    Und auch der Schlafanzug sieht richtig toll aus!
    Und bei deinen Worten bin ich ebenfalls ganz bei dir!

    Viele Grüße
    Lara

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  3. Tolles Thema!
    Um ehrlich zu sein, war mir das bis jetzt nicht bewusst, dass es in der Näh-Szene so böse Kommentare gibt. Ich bin momentan erst dabei einen Blog aufzubauen, und bei Facebook und Co. bin ich nicht aktiv. Deshalb habe ich wohl noch nix mitbekommen.
    Dann bin ich mal gespannt, was mich noch so während meiner Blogger-Laufbahn so alles erwartet.

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    1. Das Haifischbecken in dieser Hinsicht sind tatsächlich die Facebookgruppen- auf Blogs kommt es (leider) auch vor, dass jemand unter die Gürtellinie zielt, aber es ist längst nicht so häufig. Trotzdem wünsche ich dir einfach, dass es dir garnicht oder selten in deiner Blogger-Laufbahn begegnet!

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  4. Lisa, das ist der beste Beitrag zu dem Thema, den ich in seit langem gelesen habe! :o)
    Ich versteh auch nicht, warum manche Frauen andere so fertig machen müssen. Ist das Neid und Missgunst, weil die andere (vermeintlich) besser nähen kann, oder sich in ihrem Körper wohl fühlt und die Kommentatorin nicht? Nicht umsonst heißt es ja, man zieht wen anders runter - ziehen kann man nur, wenn man selbst unten ist.

    Bei mir war es auch ein langer Weg, bis ich mich selbst lieben gelernt hab, wie ich bin. Das bedeutet nicht, dass ich nicht morgen früh mit Kleidergröße 38 aufwachen würde, wenn eine gute Fee mir das anbietet! *lach* Aber auch mit 48/50 bin ich kein schlechter Mensch und kann mich hübsch machen. Glücklicherweise ist mein Selbstbewusstsein mittlerweile so gut, dass solche Sprüche an mir abprallen und ich mit etwas kontere, das dem Gegenüber seine eigene Armseligkeit deutlich macht. Aber dennoch habe ich mich z.B. dafür entschieden, mir keine Facebookseite und keinen Blog für meine genähten Werke zu erstellen, und sie auch in keinen Gruppen zu posten. Nur ab und zu bei Instagram. Auf Anzickereien und doofe Kommentare hab ich nämlich trotzdem keine Lust. ;o)

    Ich würde mir wünschen, dass die ganzen Schreiberinnen solcher gemeiner Kommentare mit sich selbst glücklicher werden und vielleicht so anderen ihre Freude und ihren Stolz über die genähten Werke und die Liebe zum eigenen Körper nicht vermiesen.

    Liebe Grüße,
    Anabelle

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    1. Da hast du so recht! Besser als, dass nur runterziehen kann wer unten ist, kann man es nicht auf den Punkt bringen!

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  5. Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin zwar nicht übergewichtig, aber die Kommentare sind manchmal mehr als grenz wertig. Ich kann schon verstehen, dass es viele stille Leser gibt, zu denen ich auch gehöre, denn jeder ist doch Stolz auf das, was er erschaffen hat! Und das zu recht! Und jeder ist irgendwann mal angefangen und jeder hat auch für die Tonne genäht. Ich wette, dass die Damen mit den niederschmetternden Kommentaren ihre Fehlproduktionen aber niemals zeigen würden. Sie bauen sich ihre kleine perfekte Welt und wollen den Schein nach außen wahren. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, was jemand genäht hat, dann kann ich doch weiterklicken. Ich muss mich dazu doch nicht äußern und schon gar nicht negativ und beleidigend.
    Schön, dass Du es so treffend in Deinem Blog-Beitrag aufgeschrieben hast!
    Dein Pyjama ist sehr, sehr süß geworden. Die Farben sind ja auch meine 1. Wahl!
    Hab einen schönen Tag und danke für diesen ehrlichen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Beate

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    1. Genau, weiterklicken tut keinem weh... Und auf der Straße würden sie wohl auch nicht hingehen und sagen "also wenn ich ehrlich bin, das sieht ja unmöglich aus, du bist viel zu.... um Rock/Hose/Farben etc zu tragen"...
      Jaaa, die Farben, die liebe ich, das wirkt immer direkt frisch :-)

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  6. Einfach Klasse, Dein Beitrag- und Dein Schlafanzug erst! Und dazu noch so schöne Fotos; ich bin begeistert! Weiter so!
    Übrigens brauche auch ich ein bisschen mehr Stoff- wenn auch eher in der Länge als in der Breite. Meine 190cm machen mich genauso zur Zielscheibe für dumme Kommentare. Im realen Leben gilt meine Gr. 42 mit 78kg nämlich als dürr. Kaum zu glauben, oder? Deshalb bewege ich mich lieber hier in der "virtuellen" Welt; da bin ich "normal". ;-)
    Liebe Grüße aus dem Norden sendet Dir Beatrice

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  7. Hallo Lisa...meeeeeegaaaaa Beitrag!!! Danke das Du Dich so dafür einsetzt!! Und Du siehst natürlich fantastisch aus...auch wenn es "nur" ein Pyjama ist, ist es echt klasse geworden. Eine Frage hätte ich noch zum Top: wie hast du vorne den schmalen weißen Abschluss genäht? Also das zw. Blauem stoffstreifen u dem hauptstoff. weiß leider nicht genau wie man es nennt. Gibt es dafür vielleicht ein Tutorial o.ä.? Vielleicht kannst du mir da weiterhelfen? Danke Dir schonmal für Deine Antwort! Glg Loreen

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